Gerechte Strafen ohne Gleichheit?
Eine rechtliche und empirische Analyse der Schweizer Strafzumessungspraxis
Abstract
When sentencing, courts must find an appropriate punishment in the area of conflict between individualization and equal treatment. In the dogmatic part, this dissertation shows that individualization is wrongly given priority in case law. The consequences became clear in the course of our own empirical study of almost 240 criminal court judges: there are considerable differences in sentencing between them. The fact that the freest possible discretion leads to appropriate sentences must therefore at least be called into question. The paper concludes by outlining measures to improve the uniformity of sentencing without making it impossible to assess individual cases. Gerichte müssen bei der Strafzumessung im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Gleichbehandlung eine angemessene Strafe finden. Die vorliegende Dissertation zeigt im dogmatischen Teil auf, dass dabei der Individualisierung in der Rechtsprechung zu Unrecht eine Vorrangstellung eingeräumt wird. Die Folgen wurden im Rahmen der eigenen empirischen Untersuchung mit knapp 240 Strafrichterinnen und -richtern deutlich: Zwischen ihnen bestehen erhebliche Unterschiede in der Strafzumessung. Dass möglichst freies Ermessen zu angemessenen Strafen führt, muss damit zumindest in Zweifel gezogen werden. Die Arbeit zeigt abschliessend Massnahmen auf, um die Einheitlichkeit der Strafzumessung zu verbessern, ohne eine Einzelfallbeurteilung zu verunmöglichen.
Keywords
Strafzumessung, Gleichheit, Gleichbehandlung, Rechtsgleichheit, Ermessen, IndividualisierungDOI
10.38107/060ISBN
9783907297605Publisher
sui generis VerlagPublisher website
https://suigeneris-verlag.chPublication date and place
Zurich, 2025Classification
Law