Die Applikation literarischer Texte
Studien zur Erstrezeption vielgelesener Romane in der Aufklärung, Moderne und Gegenwart
Abstract
Diese literaturgeschichtliche Arbeit führt erstmals auf breiter Quellenbasis den empirischen Nachweis, dass Leser/-innen beim außerwissenschaftlichen Umgang mit Literatur in Geschichte und Gegenwart Applikationen vornehmen. Es wird gezeigt, welche Formen eine solche Applikation annehmen kann, und dass es sich um eine relevante Praktik handelt. Unter ‚Applikation‘ ist eine Tätigkeit im Rahmen des Rezeptionsprozesses zu verstehen, bei welcher Leser/-innen das Gelesene auf ihre persönlichen oder lebensweltlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Einstellungen beziehen. Das Ergebnis dieser Bezugnahme, welches ebenfalls ‚Applikation‘ heißt, kann sein, dass sie neue Überzeugungen und Einstellungen bilden, bestehende verändern oder verwerfen. Um Existenz, Beschaffenheit und Relevanz des Phänomens zu belegen, wurde eine Fülle an Rezeptionsdokumenten ausgewertet. Sie geben Auskunft über die Erstrezeption von neun Romanen aus vier Jahrhunderten, die das literarische Korpus der Arbeit bilden, darunter Goethes Werther, Manns Buddenbrooks und Schlinks Der Vorleser. Die Arbeit beleuchtet eine wichtige, in der bisherigen rezeptionsgeschichtlichen Forschung nicht hinreichend beachtete Praktik des außerwissenschaftlichen Umgangs mit Literatur.
Keywords
Reception theory; The Sorrows of Young Werther; Buddenbrooks; Der Vorleser; The ReaderDOI
10.1515/9783110713824ISBN
9783110713824, 9783110713077, 9783110713862, 9783110713824Publisher
De GruyterPublisher website
https://www.degruyter.com/Publication date and place
Berlin/Boston, 2021Series
Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, 154Classification
Literature: history and criticism
Literary theory
Literary studies: c 1900 to c 2000